Zeckenstich, Borreliose und FSME: So schützen Sie sich wirksam
Ob beim Spaziergang im Wald, beim Wandern über Wiesen oder beim Jäten im Garten: Zecken sind an vielen Orten anzutreffen. Ein Stich bleibt oft folgenlos, kann aber auch Krankheitserreger übertragen.
Borreliose: Die häufigste durch Zecken übertragene Infektion
Borreliose ist eine bakterielle Infektion, die durch Zeckenstiche übertragen wird. Die Erreger, sogenannte Borrelien, gelangen beim Blutsaugen in den Körper. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.
Wanderröte und andere Symptome früh erkennen
In etwa 90 Prozent der Fälle kann unser Körper eine Infektion mit Borrelien selbst erfolgreich bekämpfen, sodass sie unbemerkt bleibt. Treten dennoch Symptome auf, ist die sogenannte Wanderröte meist das erste Anzeichen der Infektion. Dabei breitet sich um die Stichstelle eine ringförmige Hautrötung mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern oder mehr aus. Sie tritt Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich auf und dehnt sich allmählich aus. Begleitend können grippeähnliche Beschwerden wie Kopf- und Gliederschmerzen oder leichtes Fieber auftreten.
Was tun nach einem Zeckenstich?
Die Zecke sollte so schnell wie möglich entfernt werden – mit einer Pinzette, einer Zeckenkarte oder den Fingernägeln. Dabei wird sie möglichst nah über der Haut gefasst und behutsam herausgezogen, ohne zu drehen. Danach ist die Stichstelle zu desinfizieren und über mehrere Wochen zu beobachten.
Warum schnelles Entfernen der Zecke wichtig ist
Es ist entscheidend, die Zecke rasch zu entfernen. Denn Borrelien benötigen etwa 24 Stunden, um aus dem Verdauungstrakt der Zecke in den Wirtsorganismus zu gelangen.
Borreliose behandeln: Je früher, desto besser
Wenn sich die Hautrötung ausbreitet oder man sich krank fühlt, ist eine medizinische Abklärung erforderlich. Bluttests sind dabei nur sehr selten nötig. Die Wanderröte ist eine sogenannte «Blickdiagnose». Trotzdem gilt: Je früher Sie reagieren, desto unkomplizierter verläuft die Behandlung. Eine Borreliose lässt sich gut mit Antibiotika behandeln. Ohne medikamentöse Therapie können sich die Bakterien im Körper weiter ausbreiten und später Gelenke oder das Nervensystem befallen. Dies geschieht allerdings nur sehr selten.
FSME: Wenn Zecken Viren übertragen
Ein Zeckenstich kann auch andere Erkrankungen übertragen, etwa eine Entzündung der Hirnhaut und des Gehirns, verursacht durch das FSME-Virus. Das Virus schädigt das zentrale Nervensystem. Bei einer Virusinfektion helfen Antibiotika nicht. Es können lediglich die Symptome behandelt werden. Die Krankheit verläuft vor allem bei älteren Menschen oft schwer.
FSME-Impfung als wirksamer Schutz
Eine Impfung schützt wirksam vor FSME. Lassen Sie sich in Ihrer Medbase Apotheke beraten. Gegen Borreliose gibt es bislang noch keine Impfung. Allerdings befinden sich einige vielversprechende Impfstoffe in der klinischen Prüfung. Im Moment bietet nur eine konsequente Prävention mit einfachen Massnahmen einen zuverlässigen Schutz.
So schützen Sie sich vor Zeckenstichen
- Im Wald oder auf Wiesen lange, geschlossene Kleidung tragen
- Helle Stoffe wählen, damit Zecken leichter sichtbar sind
- Insektenschutz regelmässig auftragen
- Haut nach Aufenthalten im Grünen gründlich absuchen; in den warmen Monaten besonders Beine, Achseln, Intimbereich und Nacken kontrollieren
- Zecken rasch und sorgfältig entfernen
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