Muskeln: Starke Helfer, die uns gesund halten
Menschen besitzen 650 quergestreifte Muskeln
Über 650 quergestreifte Skelettmuskeln steuern die bewussten Bewegungen unseres Körpers – vom Lächeln bis zum Sprinten.
Glatte Muskulatur für Organfunktion
Nebst den quergestreiften Muskeln besitzt der Körper auch glatte Muskulatur. Sie findet sich vor allem bei inneren Organen, beispielsweise in den Wänden des Magen-Darm-Trakts, des Uterus und der Blase. Auch Pupillen, Bronchien, Härchen in der Haut und Blutgefässe werden durch sie gesteuert. Glatte Muskeln lassen sich nicht willentlich bewegen.

Spezialfall Herzmuskel
Der Herzmuskel – ebenfalls quergestreift – unterscheidet sich stark von den Skelettmuskeln. Er ist nicht willentlich steuerbar, kann nicht krampfen und wird durch ein eigenes Reizleitungssystem gesteuert. Dieses organisiert das koordinierte Zusammenziehen des Herzens. Das vegetative Nervensystem beeinflusst den Herzschlag dabei nur indirekt. So beschleunigt sich der Puls während einer stressigen Prüfungssituation oder beim Sport, während er sich beim Entspannen auf dem Sofa verlangsamt.
Wie sich ein Muskel zusammenzieht
Muskeln bestehen aus Muskelfasern, diese wiederum aus Muskelfibrillen. In diesen gibt es kleine Abschnitte, die Sarkomere heissen. Dort geschieht die eigentliche Bewegung. Sie enthalten Myosin- und Aktin-Stränge, die sich gegenseitig überlagern. Das Myosin hat kleine Haken, mit denen das Aktin gegriffen und in die Mitte gezogen wird. So zieht sich das gesamte Sarkomer zusammen und verkürzt sich. Wenn sich viele Sarkomere gleichzeitig verkürzen, zieht sich ein ganzer Muskel zusammen.
Rekordverdächtige Muskeln
Der schnellste Muskel sitzt am Auge
Der schnellste Muskel des Menschen ist der Augenringmuskel. Er schützt das Auge vor Verletzungen durch Fremdkörper und muss sich blitzschnell zusammenziehen können, damit sich das Auge schliesst.
Das Herz: der fleissigste Muskel
Das Herz des Menschen entwickelt sich in den ersten zwei Wochen nach der Befruchtung der Eizelle. Danach schlägt es ein Leben lang. Es pumpt täglich etwa 7000 Liter Blut durch den Körper und schlägt rund 100’000 Mal pro Tag.
Der Kaumuskel ist der Stärkste
Der Kaumuskel kann von allen Muskeln die grösste Kraft auf ein externes Objekt ausüben. Dies gelingt ihm dank der Hebelkraft, die er mit dem Kieferknochen entwickelt.
Durchschnittliche Muskelmasse
Im Durchschnitt machen die Muskeln bei Erwachsenen 30 bis 40 Prozent des Körpergewichts aus. Bei trainierten Sportlerinnen und Sportlern steigt dieser Anteil auf 40 bis 50 Prozent. Menschen, die Leistungs- oder Kraftsport betreiben, erreichen einen Anteil von über 50 Prozent.
40 Prozent weniger Muskeln
Die Muskelmasse erreicht mit 25 Jahren ihren Höhepunkt und nimmt danach kontinuierlich ab. Mit 80 Jahren sind es 40 Prozent weniger als mit 25, es sei denn, man trainiert gezielt und bremst dadurch den Abbau.
Körpereigene Apotheke
Bei Bewegung und Sport produzieren Muskeln Myokine, hormonähnliche Botenstoffe, die sich auf vielfältige Weise positiv auf die Gesundheit auswirken. Schätzungsweise existieren rund 600 verschiedene Arten. Irisin beispielsweise wandelt weisse Fettzellen in braune um. Diese verbrennen Energie, statt sie zu speichern. Als Folge sinkt das Risiko für Diabetes sowie Herz-Kreislauf Erkrankungen, und eine Gewichtsabnahme wird wahrscheinlicher. Das Myokin BDNF kann die Blut-Hirn-Schranke passieren und fördert das Erinnerungs- und Lernvermögen. Andere Myokine regen die Bildung neuer Knochenzellen an. Diese stärken die Knochenfestigkeit und -dichte, wodurch sie Osteoporose vorbeugen können. Studien liefern auch vielversprechende Hinweise, dass Myokine bei Krebserkrankungen und deren Prävention einen positiven Einfluss haben können.
