Mehrere Jugendliche am Handy

FOMO: Die Angst, etwas zu verpassen

Glaubt man Social Media, sind alle ständig unterwegs und haben Spass: Apéros mit Freunden, Strandferien mit den Liebsten, Wandern in den Bergen. In den Storys sieht man fast ausschliesslich schöne Panoramen und glückliche Gesichter. Im Vergleich dazu wirkt der eigene Alltag oft unspektakulär. Warum uns das Gefühl, etwas zu verpassen, so stresst und wie wir achtsamer damit umgehen können.

09. Juni 2026
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Was ist FOMO?

FOMO («Fear of Missing Out», auf Deutsch Angst, etwas zu verpassen) läuft häufig unbewusst ab und beschreibt die Sorge, dass andere etwas Spannendes erleben, man selbst jedoch aussen vor bleibt. Besonders oft taucht FOMO auf, wenn wir über soziale Medien oder Nachrichten-Apps ständig verfolgen, was andere tun. FOMO umfasst zwei Aspekte: zum einen das Gefühl, etwas zu verpassen. Zum anderen den inneren Druck, immer erreichbar zu sein und soziale Verbindungen nicht abreissen zu lassen. Viele reagieren darauf mit Nervosität, Unsicherheit oder Einsamkeit. Zugleich erleben sie eine ständige Unsicherheit, ob sie selbst genug tun oder «richtig» im Leben stehen. Im Alltag zeigt sich FOMO oftmals indirekt – etwa durch schlechten Schlaf, Stress, Entscheidungsmüdigkeit oder eine diffuse innere Anspannung.


Normales Gefühl oder psychische Belastung?

FOMO ist bis zu einem gewissen Grad normal: Es zeigt, dass wir dazugehören und anerkannt werden wollen. Problematisch wird es, wenn das Gefühl stark belastet, etwa durch anhaltende Unzufriedenheit, Schlafprobleme oder zwanghaftes Kontrollieren von Nachrichten. Entscheidend ist, zwischen normalem Alltagserleben und psychischem Leidensdruck zu unterscheiden. Als eigenständige psychische Störung gilt FOMO bis jetzt nicht. Das Forschungsfeld ist noch relativ jung. Bisher konnten in Studien Zusammenhänge zwischen intensiver Nutzung sozialer Medien und psychischer Belastung gezeigt werden. Obwohl FOMO schon vor Smartphones existierte, scheinen soziale Medien das Phänomen zu verstärken.

Ein Patient mit FOMO in der Psychotherapie

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Was hilft bei FOMO?

#1 Sich der eigenen Gefühle und Werte bewusst werden

Nehmen Sie wahr, was Ihnen wirklich wichtig ist – unabhängig davon, was andere zeigen oder tun. Fragen Sie sich: Was tut mir gut? Welche Aktivitäten geben mir Energie?

#2 Achtsamkeit üben

Achtsamkeit bedeutet, bewusst im gegenwärtigen Moment zu sein, ohne sich ständig von äusseren Reizen ablenken zu lassen und ohne zu urteilen. Schon wenige Minuten bewusstes Atmen oder ein Spaziergang ohne Handy können innere Unruhe reduzieren.

#3 Medienkonsum bewusst steuern

Legen Sie Zeiten fest, in denen Sie Ihr Smartphone beiseitelegen, zum Beispiel morgens nach dem Aufwachen oder abends vor dem Einschlafen.

#4 Soziale Kontakte pflegen, die guttun

Setzen Sie auf echte Begegnungen. Ein persönliches Gespräch, gemeinsames Kochen oder ein Telefonat mit einer vertrauten Person stärken das Gefühl von Nähe und Zugehörigkeit.

Scheuen Sie sich nicht, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Psychotherapie kann helfen, eigene Muster zu verstehen, den Selbstwert zu stärken und besser mit innerem Druck umzugehen.

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